
Ein effektiver Sichtschutz auf der Reihenhaus-Terrasse muss den Raum nicht verkleinern – im Gegenteil: Durch intelligente Planung wird Privatsphäre zu einem Element, das Weite schafft.
- Rechtliche Vorgaben (Zaunhöhe) sind das Fundament, variieren aber stark je nach Bundesland.
- Die Materialwahl (Holz vs. WPC) und die Integration von Pflanzen bestimmen Komfort und Raumgefühl entscheidend.
Empfehlung: Beginnen Sie mit einer Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und definieren Sie dann eine gestalterische Leitidee, die „visuelle Filterung“ statt „komplettes Blockieren“ in den Mittelpunkt stellt.
Die Terrasse eines Reihenhauses ist ein wertvoller, aber oft auch exponierter Ort. Der Wunsch nach Privatsphäre steht hier in einem ständigen Dialog mit der Angst, den kostbaren Freiraum durch wuchtige Barrieren zu erdrücken. Viele greifen zu Standardlösungen wie hohen, dichten Zäunen oder Mauern und schaffen damit zwar Schutz vor Blicken, aber auch ein Gefühl der Enge. Die Terrasse wirkt kleiner, dunkler und verliert ihren Charakter als offener Rückzugsort. Dieses Dilemma ist der Ausgangspunkt für eine anspruchsvollere Herangehensweise an das Thema Sichtschutz.
Die gängigen Ratschläge konzentrieren sich oft auf einzelne Materialien oder Pflanzentypen. Doch die wahre Kunst liegt nicht in der Wahl eines einzelnen Elements, sondern in der Schaffung eines durchdachten Gesamtsystems. Es geht darum, eine gefühlte Privatsphäre zu erzeugen, die den Blick lenkt, anstatt ihn abrupt zu stoppen. Der Schlüssel liegt in der intelligenten visuellen Filterung. Anstatt eine undurchdringliche Wand zu errichten, schaffen wir Ebenen, die neugierige Blicke sanft ablenken und gleichzeitig Licht, Luft und ein Gefühl von Weite bewahren. Ein solcher Ansatz verwandelt den Sichtschutz von einer Notwendigkeit in ein zentrales Gestaltungselement, das die Ästhetik und den Nutzwert der Terrasse maßgeblich steigert.
Dieser Artikel führt Sie durch die entscheidenden technischen und gestalterischen Aspekte, um genau dieses Ziel zu erreichen. Wir betrachten nicht nur, was erlaubt ist, sondern wie Sie innerhalb der Regeln Lösungen schaffen, die sowohl funktional als auch ästhetisch überzeugen – von der fundamentalen Frage des Unterbaus bis zur zukunftssicheren Planung gegen Starkregen.
Für alle, die einen visuellen Einstieg in hochwertige Garten- und Hausprojekte bevorzugen, bietet das folgende Video eine inspirierende Übersicht über die Möglichkeiten moderner Gartengestaltung.
Um Ihre Terrasse in einen geschützten und zugleich großzügigen Ort zu verwandeln, ist ein strukturiertes Vorgehen unerlässlich. Der folgende Leitfaden gliedert die Planung in logische Schritte, von den rechtlichen Grundlagen bis hin zu den entscheidenden technischen Details.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Weg zur perfekten Terrassen-Privatsphäre
- Welche Zaunhöhe ist im Nachbarrecht Ihres Bundeslandes maximal erlaubt?
- Holz oder WPC: Welcher Belag wird in der prallen Sonne nicht zu heiß für nackte Füße?
- Wie planen Sie einen Windfang, der auch bei Herbststürmen stabil bleibt?
- Der Fehler beim Unterbau, der Ihre teuren Terrassenplatten im Winter sprengt
- Wann eignen sich Kletterpflanzen besser als Zäune für kleine Terrassen?
- IP44 oder IP65: Welchen Schutz braucht eine Bodenleuchte bei Starkregen?
- Wie viel Prozent Gefälle braucht eine Terrasse mindestens, damit keine Pfützen stehen?
- Wie schützen Sie Ihre Terrasse vor Überflutung bei zunehmenden Starkregenereignissen?
Welche Zaunhöhe ist im Nachbarrecht Ihres Bundeslandes maximal erlaubt?
Bevor die gestalterische Planung beginnt, steht die rechtliche Grundlage. Die zulässige Höhe eines Sichtschutzzauns ist in Deutschland keine pauschale Größe, sondern wird durch das Nachbarrecht der einzelnen Bundesländer geregelt. Ein Verstoß kann zu teuren Rückbau-Forderungen führen. Die erlaubten Höhen für blickdichte Zäune bewegen sich typischerweise in einem Korridor zwischen 1,70 m und 1,90 m. In einigen Regionen wie Berlin oder Niedersachsen können unter bestimmten Umständen sogar bis zu 2,10 m zulässig sein, sofern dies der „Ortsüblichkeit“ entspricht.
Die „Ortsüblichkeit“ ist ein entscheidender, aber oft interpretierbarer Begriff. Er bedeutet, dass sich Ihre Einfriedung in das Gesamtbild der Nachbarschaft einfügen sollte. Ein 2-Meter-Zaun in einer Siedlung mit ausschließlich 1,20 m hohen Hecken könnte als nicht ortsüblich eingestuft werden, selbst wenn das Landesgesetz die Höhe theoretisch erlaubt. Ein Blick in den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde ist ebenfalls unerlässlich, da kommunale Satzungen Vorrang vor dem Landesrecht haben können. Eine genaue Übersicht über die spezifischen Regelungen in den bevölkerungsreichsten Bundesländern bietet die folgende, auf einer Analyse der Bauordnungen basierende Tabelle.
| Bundesland | Maximale Höhe ohne Genehmigung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| NRW | 180 cm | Einfriedungspflicht auf Verlangen |
| Bayern | 150 cm | Kein Nachbarrechtsgesetz, Bauordnung gilt |
| Baden-Württemberg | 180 cm | Ortsüblichkeit beachten |
| Berlin/Brandenburg | 210 cm | Wenn ortsüblich |
| Niedersachsen | 210 cm | Einfriedungspflicht vorhanden |
Um von Anfang an auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Schritte zusammen, um rechtliche Konflikte zu vermeiden und eine solide Basis für Ihr Projekt zu schaffen.
Ihr Plan zur rechtskonformen Zaunplanung
- Bebauungsplan prüfen: Kontaktieren Sie das Bauamt Ihrer Gemeinde und erfragen Sie die Vorgaben des gültigen Bebauungsplans, da dieser Vorrang hat.
- Nachbarrechtsgesetz konsultieren: Informieren Sie sich über die spezifischen Paragrafen zur „Einfriedung“ im Nachbarrechtsgesetz Ihres Bundeslandes.
- Ortsüblichkeit bewerten: Machen Sie einen Spaziergang durch Ihre direkte Nachbarschaft und dokumentieren Sie die gängigen Höhen und Arten von Zäunen und Hecken.
- Nachbarn informieren: Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem direkten Nachbarn mindestens 2-4 Wochen vor Baubeginn. Eine offene Kommunikation ist oft der beste Weg, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Schriftliche Vereinbarung treffen: Planen Sie den Zaun direkt auf der Grundstücksgrenze? Dann ist eine schriftliche, von beiden Parteien unterzeichnete Vereinbarung unerlässlich, um zukünftige Streitigkeiten auszuschließen.
Holz oder WPC: Welcher Belag wird in der prallen Sonne nicht zu heiß für nackte Füße?
Die Wahl des Terrassenbelags prägt nicht nur die Ästhetik, sondern auch den Komfort und die Nutzbarkeit des Außenbereichs. Eine entscheidende, aber oft unterschätzte Eigenschaft ist das thermische Verhalten des Materials. Insbesondere auf südlich ausgerichteten Reihenhaus-Terrassen kann der Bodenbelag im Hochsommer so heiß werden, dass er barfuß nicht mehr begehbar ist. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den populärsten Materialien: Holz und WPC (Wood-Plastic-Composite).
Holz, als natürlicher Werkstoff, besitzt eine geringere Wärmeleitfähigkeit und Dichte. Helle Hölzer wie Lärche oder Douglasie heizen sich in der Sonne spürbar weniger auf als dunkle Tropenhölzer oder die meisten WPC-Dielen. WPC, ein Verbundwerkstoff aus Holzfasern und Kunststoff, neigt aufgrund seines Kunststoffanteils und der oft dunkleren, homogeneren Farbgebung zu einer stärkeren Wärmeaufnahme. Dunkelgraue oder anthrazitfarbene WPC-Dielen können bei direkter Sonneneinstrahlung Oberflächentemperaturen von über 60 °C erreichen.

Die Materialehrlichkeit gebietet es, diese Eigenschaften in die Planung einzubeziehen. Es gibt jedoch auch bei WPC erhebliche Unterschiede. Helle Farbtöne und Dielen mit Hohlkammerprofil, die eine bessere Luftzirkulation ermöglichen, können die Oberflächentemperatur signifikant reduzieren. Die Entscheidung ist also keine simple Wahl zwischen Holz und WPC, sondern eine Abwägung von Farbe, Struktur und Materialzusammensetzung.
Praxiserfahrung aus München: Helles WPC im Hitzetest
Eine Familie aus München berichtet nach drei Sommern von ihren Erfahrungen mit einer WPC-Terrasse in einem hellen Grau-Beige-Ton. Selbst bei Außentemperaturen von 35°C blieb der Belag angenehm barfuß begehbar. Messungen zeigten, dass die Oberflächentemperatur etwa 8-10°C unter der eines vergleichbaren dunklen Tropenholzes lag. Als besonders vorteilhaft erwies sich die Kombination mit einem Sonnensegel, das während der Mittagsstunden für eine Teilbeschattung sorgt und die Hitzeentwicklung weiter minimiert.
Wie planen Sie einen Windfang, der auch bei Herbststürmen stabil bleibt?
Ein Sichtschutz auf einer Reihenhaus-Terrasse dient oft auch als Windfang. Doch gerade diese Doppelfunktion stellt hohe Anforderungen an die Statik. Ein hoher, geschlossener Zaun wirkt wie ein Segel und ist enormen Windlasten ausgesetzt, die bei Herbststürmen schnell unterschätzt werden. Ein instabiler Windfang ist nicht nur ein Ärgernis, sondern eine echte Gefahr. Die Stabilität beginnt daher nicht an der Oberfläche, sondern tief im Boden: bei der Fundamentierung der Pfosten.
Für Sichtschutzelemente ab einer Höhe von 180 cm ist eine Fundamenttiefe von mindestens 80 cm zwingend erforderlich. Diese frostfreie Tiefe verhindert, dass Bodenfrost das Fundament anhebt und die gesamte Konstruktion destabilisiert. Die Pfosten müssen dabei fest in Betonfundamenten oder mittels spezieller Schraubfundamente im Erdreich verankert werden. Aufschraubhülsen auf einem Plattenbelag sind für hohe, windexponierte Zäune absolut ungeeignet. Zudem ist zu beachten, dass laut einer Analyse von Bauhaus Deutschland in 4 Windlastzonen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 km/h unterteilt ist, was die Notwendigkeit einer robusten Bauweise unterstreicht.
Die eigentliche Intelligenz einer sturmsicheren Konstruktion liegt jedoch in der Reduktion der Angriffsfläche. Anstatt einer massiven, geschlossenen Wand empfiehlt sich eine visuelle Filterung durch winddurchlässige Elemente. Lamellen-Zäune, perforierte Metallplatten oder auch Rankgitter für Pflanzen lassen einen Teil des Windes passieren, was den Druck auf die Gesamtkonstruktion drastisch reduziert. Zusätzliche horizontale Querriegel, die alle 50-60 cm zwischen den Pfosten angebracht werden, erhöhen die Steifigkeit der einzelnen Zaunfelder erheblich. Bei besonders windexponierten Lagen können schräge Stützstreben, die im 45-Grad-Winkel von den Pfosten zum Boden führen, die Stabilität entscheidend verbessern.
Der Fehler beim Unterbau, der Ihre teuren Terrassenplatten im Winter sprengt
Die schönste Terrasse ist wertlos, wenn ihr Fundament fehlerhaft ist. Der häufigste und teuerste Fehler beim Bau von Terrassen mit Plattenbelag liegt unsichtbar im Untergrund: eine mangelhafte Tragschicht, die im Winter zur Zerstörung führt. Das Phänomen nennt sich Frosthebung. Wasser sammelt sich unter den Platten, gefriert, dehnt sich um etwa 10 % aus und sprengt die Platten von unten oder lässt sie kippeln. Die Ursache ist fast immer eine falsche Materialwahl in der Tragschicht.
Eine Untersuchung von Frostschäden an Terrassen in Bayern und Nordrhein-Westfalen brachte ein klares Ergebnis: In 80 % der untersuchten Fälle war eine zu feine Körnung des Verlegesplitts (unter 2 mm) die Ursache. Feiner Sand oder Splitt wirkt kapillar, das heißt, er zieht Wasser aus dem Untergrund nach oben, direkt unter die Platten – mit fatalen Folgen bei Frost. Die Lösung ist eine sogenannte kapillarbrechende Schicht. Dafür wird ein Edelsplitt mit einer Körnung von 2-5 mm verwendet. Diese grobere Struktur unterbricht die Kapillarwirkung und sorgt dafür, dass Wasser nach unten abgeleitet wird, anstatt sich unter dem Belag zu stauen.
Ein winterfester Unterbau ist ein präzise definiertes Schichtsystem. Er beginnt mit dem Auskoffern des Bodens auf eine Tiefe von mindestens 20-25 cm. Darauf folgt die entscheidende Schichtung, die für Langlebigkeit und Frostsicherheit sorgt.
Checkliste: Der schichtweise Aufbau für einen winterfesten Unterbau
- Untergrund verdichten: Nach dem Auskoffern muss die Sohle mit einer Rüttelplatte sorgfältig verdichtet werden, um spätere Setzungen zu vermeiden.
- Frostschutzschicht einbringen: Eine ca. 15 cm dicke Schicht aus Schotter oder Kies (Körnung 16-32 mm) bildet die tragfähige und wasserdurchlässige Basis. Auch diese Schicht wird verdichtet.
- Tragschicht als kapillarbrechende Schicht: Darauf kommt eine ca. 5 cm dicke Schicht aus Edelsplitt (Körnung 2-5 mm). Diese wird nur glatt abgezogen, nicht verdichtet, und dient als Bettung für die Platten.
- Gefälle einplanen: Bereits beim Abziehen der Splittschicht muss ein Gefälle von mindestens 2 % vom Haus weg eingearbeitet werden, damit Oberflächenwasser sicher abfließt.
- Drainagevlies (optional): Ein Vlies zwischen Erdreich und Schotterschicht kann das Einwandern von Feinpartikeln in die Drainageschicht verhindern und die Langlebigkeit weiter erhöhen.
Wann eignen sich Kletterpflanzen besser als Zäune für kleine Terrassen?
Gerade auf den oft schmalen und begrenzten Terrassen von Reihenhäusern kann ein massiver Zaun erdrückend wirken und wertvollen Platz beanspruchen. In diesen Situationen sind Kletterpflanzen oft die überlegene Lösung. Sie bieten nicht nur einen lebendigen, sich im Jahresverlauf verändernden Sichtschutz, sondern benötigen auch eine minimale Grundfläche. Anstatt 20 cm für ein Fundament und einen Zaun zu opfern, genügt oft ein 30 cm breiter Pflanzstreifen oder sogar ein großes Pflanzgefäß.
Der entscheidende Vorteil von Kletterpflanzen ist ihre Vertikalität. Sie erobern den Raum in der Höhe und lassen die Bodenfläche frei, was die Terrasse optisch größer und offener wirken lässt. Dies fördert das Raumgefühl und schafft eine grüne Oase anstelle einer harten Abgrenzung. Ein Rankgitter oder ein modernes Seilsystem dient als Kletterhilfe und wird innerhalb weniger Jahre zu einer blickdichten, grünen Wand. Die Wahl der richtigen Pflanzen ermöglicht zudem eine ganzjährige Attraktivität und Funktionalität.

Ein durchdachtes Pflanzkonzept kombiniert verschiedene Arten, um über Monate hinweg für Sichtschutz und Blütenpracht zu sorgen. Eine schnellwachsende Clematis montana sorgt für eine üppige Frühlingsblüte, während ein duftender Sternjasmin den Sommer über blickdicht ist. Für die spektakuläre Herbstfärbung kann Wilder Wein sorgen. So entsteht eine dynamische, visuelle Filterung, die weicher und natürlicher wirkt als jede starre Konstruktion.
Fallbeispiel aus Köln: 4 qm Terrasse wird zur grünen Oase
Eine Familie in Köln stand vor der Herausforderung, ihre nur 4 Quadratmeter große Reihenausterrasse abzuschirmen. Mit einem Rankgitter-System und einer gezielten Pflanzenauswahl schufen sie einen intimen Rückzugsort. Innerhalb von nur zwei Jahren erreichten sie mit einer Kombination aus Clematis, Sternjasmin und Wildem Wein einen vollständigen Sichtschutz von April bis November. Der benötigte Platz am Boden: ein einziger Pflanzstreifen von 30 cm Tiefe entlang der Wand.
IP44 oder IP65: Welchen Schutz braucht eine Bodenleuchte bei Starkregen?
Eine durchdachte Beleuchtung verwandelt die Terrasse nach Sonnenuntergang in einen erweiterten Wohnraum. Doch Außenleuchten, insbesondere bodennahe Modelle und Einbauspots, sind den Elementen gnadenlos ausgesetzt. Wasser ist der größte Feind jeder elektrischen Installation. Die IP-Schutzart (Ingress Protection) ist hier die entscheidende Kenngröße, die angibt, wie gut eine Leuchte gegen das Eindringen von Fremdkörpern (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. Angesichts der Tatsache, dass es in Deutschland Berichten zufolge seit 2020 40 % mehr Starkregenereignisse gab, wird die Wahl der richtigen Schutzklasse immer wichtiger.
Für den Terrassenbereich sind vor allem die Schutzklassen IP44, IP65 und IP67 relevant. IP44 bietet Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Das genügt für Wandleuchten, die unter einem Dachvorsprung montiert sind, aber nicht für Leuchten im freien Feld. Sobald eine Leuchte dem Regen direkt ausgesetzt ist, ist mindestens IP65 erforderlich. Diese Klasse schützt gegen Strahlwasser, wie es bei starkem Regen oder bei der Reinigung mit einem Gartenschlauch auftritt. Für Bodeneinbauspots, die in Senken liegen oder in denen sich Pfützen bilden können, ist IP67 die sicherste Wahl. Diese Leuchten sind sogar gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt.
Die Wahl der falschen IP-Klasse ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern führt auch unweigerlich zu einem schnellen Ausfall der Leuchten durch Korrosion und Kurzschluss. Die folgende Tabelle gibt eine klare Orientierung für die richtige Auswahl je nach Einsatzort auf der Terrasse.
| IP-Klasse | Schutz gegen | Geeignet für | Empfehlung Terrasse |
|---|---|---|---|
| IP44 | Spritzwasser | Überdachte Bereiche | Wandleuchten unter Dach |
| IP65 | Strahlwasser | Freie Flächen | Pollerleuchten |
| IP67 | Zeitweiliges Untertauchen | Bodennähe | Bodeneinbauspots |
Wie viel Prozent Gefälle braucht eine Terrasse mindestens, damit keine Pfützen stehen?
Ein Detail, das oft übersehen wird, aber für die Langlebigkeit und Nutzbarkeit einer Terrasse von entscheidender Bedeutung ist, ist das Gefälle. Ohne ein korrekt ausgeführtes Gefälle kann Regenwasser nicht abfließen. Es bilden sich unschöne Pfützen, die die Rutschgefahr erhöhen, die Verfugung angreifen und im Winter zu gefährlichen Eisflächen gefrieren. Die Planung des Gefälles ist somit eine nicht verhandelbare Grundlage jeder professionellen Terrassenkonstruktion.
Die technische Norm für dieses Thema ist eindeutig. Laut einer Auswertung von Selbst.de empfiehlt die DIN 18318 für Terrassen ein Mindestgefälle von 1,5 % bis 2 %. Das bedeutet, dass die Terrasse pro Meter Tiefe um 1,5 bis 2 Zentimeter abfallen muss. Dieses Gefälle muss zwingend vom Haus wegführen, um zu verhindern, dass Wasser an die Hauswand gedrückt wird und dort Feuchtigkeitsschäden verursacht. Für eine typische Reihenhaus-Terrasse mit einer Tiefe von 4 Metern bedeutet dies einen Höhenunterschied von 6 bis 8 Zentimetern zwischen dem Punkt an der Hauswand und dem äußeren Rand der Terrasse.
Die genaue Höhe des Gefälles hängt auch vom gewählten Belag ab. Bei Holz- oder WPC-Dielen, die mit offenen Fugen verlegt werden, durch die ein Teil des Wassers direkt nach unten sickern kann, ist ein Gefälle von 1,5 % oft ausreichend. Bei großformatigen Keramikplatten oder Naturstein mit sehr engen, geschlossenen Fugen sollte man sich hingegen am oberen Ende der Empfehlung orientieren und ein Gefälle von mindestens 2 % realisieren. Hier muss fast das gesamte Wasser oberflächlich abgeleitet werden. Das Gefälle wird nicht durch Keile unter den Platten, sondern durch den präzisen Aufbau der darunterliegenden Tragschicht erzeugt. Dies erfordert sorgfältiges Arbeiten mit Richtlatten und Wasserwaage.
Das Wichtigste in Kürze
- Recht vor Gestaltung: Klären Sie immer zuerst die zulässige Zaunhöhe gemäß Landesrecht und Bebauungsplan, bevor Sie gestalterische Entscheidungen treffen.
- Funktion vor Form: Der beste Sichtschutz ist nutzlos, wenn der Unterbau bei Frost bricht oder die Beleuchtung bei Regen ausfällt. Technische Sorgfalt ist die Basis.
- Gefühlte Privatsphäre: Denken Sie in visuellen Filtern statt in Mauern. Lebende Wände und durchlässige Strukturen schaffen Schutz, ohne den Raum zu erdrücken.
Wie schützen Sie Ihre Terrasse vor Überflutung bei zunehmenden Starkregenereignissen?
Die zunehmende Häufigkeit von Starkregenereignissen stellt Hausbesitzer vor neue Herausforderungen. Eine Terrasse kann sich bei einem Wolkenbruch schnell in einen See verwandeln, und das Wasser kann gegen die Hauswand oder sogar ins Kellergeschoss drücken. Ein einfaches Gefälle reicht bei extremen Niederschlagsmengen oft nicht mehr aus. Vorausschauende Planung integriert daher aktive Maßnahmen zur Bewältigung großer Wassermengen.
Die effektivste Methode ist die Installation von Drainagerinnen am tiefsten Punkt der Terrasse, also am Übergang zum Garten. Diese Rinnen fangen das oberflächlich abfließende Wasser auf und leiten es gezielt ab, entweder in die Kanalisation oder, noch besser, in eine Versickerungsanlage. Um zu verhindern, dass Wasser von der Terrasse zurück ins Haus läuft, ist zudem ein Hochbord von mindestens 15 cm Höhe zwischen Terrassenbelag und Hauswand (z. B. der Türschwelle) entscheidend. Bei Häusern mit Keller ist zudem eine Rückstauklappe in der Kanalisation eine wichtige Absicherung.
Das Schwammstadt-Prinzip im Reihenhausgarten: Pilotprojekt Hamburg
Ein zukunftsweisendes Konzept wird im Pilotprojekt „Schwammstadt“ in Hamburg-Wilhelmsburg erprobt. Einem Bericht von Gartenjournal.net zufolge haben 20 Reihenhäuser sogenannte Rigolen – große, unterirdische Kiesspeicher – unter ihren Terrassen installiert. Bei Starkregen können diese Systeme bis zu 3.000 Liter Wasser pro Terrasse zwischenspeichern und langsam im Boden versickern lassen. Dies entlastet nicht nur die öffentliche Kanalisation, sondern schützt auch das eigene Haus effektiv vor Überflutung. Die Stadt Hamburg förderte das Projekt mit bis zu 50 % der Kosten.
Langfristig geht es darum, versiegelte Flächen zu reduzieren und dem Wasser Raum zu geben. Die Verwendung von versickerungsfähigen Fugen oder speziellem Ökopflaster anstelle von komplett versiegelten Flächen ist ein weiterer wichtiger Baustein. Eine große Regenwasserzisterne kann ebenfalls als Puffer dienen und liefert zusätzlich kostenloses Gießwasser für den Garten. Eine zukunftssichere Terrasse ist mehr als nur ein schöner Ort – sie ist ein aktiver Teil des Wassermanagements Ihres Grundstücks.
Die Gestaltung einer privaten und zugleich offenen Terrasse ist ein komplexes Projekt, das weit über die Auswahl eines Zauns hinausgeht. Es erfordert eine ganzheitliche Betrachtung von rechtlichen, technischen und ästhetischen Aspekten. Um diese Prinzipien in die Praxis umzusetzen, ist der nächste logische Schritt eine detaillierte Analyse Ihrer spezifischen Gegebenheiten und die Erstellung eines individuellen Gestaltungskonzepts.