
Der Wunsch nach Sicherheit muss nicht im Widerspruch zum Tierschutz stehen; die Lösung liegt in Präzision, nicht in greller Beleuchtung.
- Gezielte, nach unten gerichtete Lichtkegel sichern Wege, ohne den Himmel aufzuhellen oder Tiere zu blenden.
- Warmweißes Licht (unter 3.000 Kelvin) reduziert die Anziehungskraft auf nachtaktive Insekten drastisch.
- Eine smarte Zonenplanung mit Bewegungsmeldern schafft sichere Bereiche und bewahrt wichtige „Dunkelkorridore“ für Igel und andere Wildtiere.
Empfehlung: Planen Sie Ihre Außenbeleuchtung wie ein professionelles Sicherheitssystem: zonenbasiert, rechtssicher und mit tiefem Respekt vor der Natur, die Ihren Garten teilt.
Das Gefühl, das eigene Zuhause sei eine sichere Festung, ist unbezahlbar. Viele Hausbesitzer greifen daher zu Bewegungsmeldern und starker Außenbeleuchtung, um potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Doch oft verwandelt sich der Garten nachts in eine taghelle Bühne, die nicht nur ungebetene Gäste, sondern auch die heimische Tierwelt ins Rampenlicht zerrt. Der Igel auf seiner nächtlichen Nahrungssuche wird ebenso gestört wie Nachtfalter, deren Lebensrhythmus durch künstliches Licht aus dem Takt gerät. Man steht vor einem Dilemma: Wie schütze ich mein Eigentum, ohne der Natur in meinem eigenen Garten zu schaden?
Die gängigen Ratschläge beschränken sich oft darauf, die Sensorempfindlichkeit zu reduzieren oder „tierimmune“ Geräte zu kaufen. Diese Ansätze sind jedoch oft ein unbefriedigender Kompromiss, der entweder die Sicherheit schwächt oder den Tierschutz vernachlässigt. Aber was, wenn der wahre Schlüssel nicht darin liegt, die Helligkeit zu dimmen, sondern die Intelligenz des Systems zu maximieren? Was, wenn die effektivste Abschreckung nicht durch ein Flutlicht, sondern durch präzise, strategisch platzierte Lichtakzente erreicht wird, die nur dann und nur dort leuchten, wo es wirklich nötig ist?
Dieser Artikel verlässt die ausgetretenen Pfade und zeigt Ihnen einen ganzheitlichen Ansatz. Wir betrachten Ihre Außenbeleuchtung als ein Ökosystem, in dem Sicherheit für den Menschen und Lebensraum für Tiere koexistieren. Von der richtigen Wahl der Technik über die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland bis hin zur smarten Steuerung – wir bauen ein Schutzkonzept, das Einbrecher abschreckt, aber den Igel sicher durch die Nacht wandern lässt.
Um dieses Ziel zu erreichen, beleuchten wir jeden Aspekt Ihrer Außeninstallation. Der folgende Überblick führt Sie durch die entscheidenden Schritte zur Planung eines ebenso sicheren wie naturverträglichen Beleuchtungskonzepts.
Sommaire : Ihr Weg zur intelligenten und tierfreundlichen Außenbeleuchtung
- Warum Solarleuchten im deutschen Winter oft versagen und wann Sie Kabel brauchen?
- Wann kann Ihr Nachbar verlangen, dass Sie Ihre Gartenbeleuchtung ausschalten?
- IP44 oder IP65: Welchen Schutz braucht eine Bodenleuchte bei Starkregen?
- Welche Kelvin-Zahl zieht weniger Nachtfalter an und schützt die Biodiversität?
- Wie programmieren Sie eine Anwesenheitssimulation, wenn Sie im Urlaub sind?
- Deckenfluter oder Spot: Was erzeugt mehr Gemütlichkeit im Wohnzimmer?
- Wo platzieren Sie Wegleuchten, damit der Postbote im Winter nicht stolpert?
- Wie schützen Sie Ihr Smart Home effektiv vor Hackerangriffen?
Warum Solarleuchten im deutschen Winter oft versagen und wann Sie Kabel brauchen?
Solarleuchten sind eine verlockende, weil einfache und umweltfreundliche Lösung für den Garten. Doch gerade wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden – die Hauptsaison für Einbrüche –, stoßen sie in Deutschland an ihre Grenzen. Die mangelnde Sonneneinstrahlung im Winter reicht oft nicht aus, um die Akkus für eine ganze Nacht zuverlässig aufzuladen. Die Realität ist, dass die durchschnittliche Sonnenscheindauer in Deutschland im Winter stark begrenzt ist. So wurden im Winter 2023/2024 nur rund 160 Sonnenstunden gemessen – oft zu wenig für eine durchgehende Funktion.
Für eine verlässliche Sicherheitsbeleuchtung, die auch bei wochenlangem trübem Wetter funktioniert, sind kabelgebundene Systeme daher unerlässlich. Das bedeutet nicht, dass Solarleuchten nutzlos sind. Ein hybrider Ansatz ist oft die beste Strategie:
- Kritische Sicherheitszonen: Bereiche wie Haustür, Terrassentüren, Kellerzugänge und die Garage sollten immer mit kabelgebundenen Leuchten und Bewegungsmeldern ausgestattet sein. Hier darf es keine Kompromisse bei der Zuverlässigkeit geben.
- Sekundäre Zonen: Reine Wegmarkierungen oder dekorative Akzente an Beeten können gut mit leistungsstarken Solarleuchten umgesetzt werden. Achten Sie hier auf Modelle mit großen Solarpaneelen und hochwertigen Akkus.
Eine Installation durch einen Fachbetrieb stellt zudem sicher, dass alle Anschlüsse den strengen VDE-Normen für Außenbereiche entsprechen und somit sicher und wetterfest sind. Qualität und Zuverlässigkeit sind die Grundpfeiler eines jeden ernstzunehmenden Sicherheitskonzepts.
Wann kann Ihr Nachbar verlangen, dass Sie Ihre Gartenbeleuchtung ausschalten?
Ein heller Lichtkegel, der ungebetene Gäste abschreckt, kann schnell zum Ärgernis für den Nachbarn werden, wenn er dessen Schlafzimmerfenster erhellt. Dieses Thema, bekannt als Lichtimmission, ist in Deutschland rechtlich klar geregelt. Ihr Recht auf Sicherheit endet dort, wo die unzumutbare Belästigung des Nachbarn beginnt. Entscheidend ist hierbei nicht Ihre Absicht, sondern die tatsächliche Helligkeit, die auf dem Nachbargrundstück ankommt.
Als maßgebliche Orientierung dienen die „Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen“ der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI). Diese legen konkrete Richtwerte für die Beleuchtungsstärke fest. In einem wegweisenden Beschluss hat das Bundesverwaltungsgericht diese Werte als Grundlage bestätigt. So heißt es in einer Zusammenfassung des Beschlusses:
Die LAI-Hinweise bieten eine Orientierung mit Grenzwerten unter 1 Lux am Fenster des Nachbarn
– Bundesverwaltungsgericht, Beschluss BVerwG 17.03.1999 – 4 B 14.99
Ein Lux entspricht in etwa der Helligkeit einer Kerze aus einem Meter Entfernung. Dieser Wert gilt nachts (22:00 bis 6:00 Uhr) für reine Wohngebiete. Um Konflikte zu vermeiden und Rechtssicherheit zu haben, ist die genaue Ausrichtung der Leuchten entscheidend. Nutzen Sie Leuchten mit Blendschutz und richten Sie den Lichtkegel präzise auf Ihr eigenes Grundstück. Bewegungsmelder sollten zudem so eingestellt sein, dass sie nicht durch Bewegungen auf dem Nachbargrundstück auslösen.
Die folgende Tabelle aus einer Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages gibt einen klaren Überblick über die zulässigen Werte.
| Gebietsart | Beleuchtungsstärke (Lux) | Zeitraum | Rechtliche Einordnung |
|---|---|---|---|
| Reines Wohngebiet | Max. 1 Lux | 22:00 – 6:00 Uhr | Wesentlichkeitsgrenze BImSchG |
| Mischgebiet | Max. 3 Lux | 22:00 – 6:00 Uhr | Erhöhte Toleranz |
| Gewerbegebiet | Max. 15 Lux | Nachts durchgehend | Geringe Schutzwürdigkeit |
IP44 oder IP65: Welchen Schutz braucht eine Bodenleuchte bei Starkregen?
Bei der Auswahl von Außenleuchten ist die IP-Schutzart (Ingress Protection) eine der wichtigsten technischen Angaben. Sie gibt an, wie gut eine Leuchte gegen das Eindringen von Fremdkörpern (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer) geschützt ist. Während IP44 (Schutz gegen Spritzwasser) für eine wandmontierte Leuchte unter einem Vordach ausreichen mag, ist dies für ungeschützte Boden- oder Wegeleuchten in Deutschland keine sichere Wahl mehr.
Die Zunahme von extremen Wetterereignissen erfordert ein Umdenken. Starkregen, bei dem in kurzer Zeit enorme Wassermengen fallen, kann Leuchten mit geringerem Schutz schnell überfordern. Für jede Leuchte, die Regen direkt ausgesetzt ist, ist IP65 (Schutz gegen Strahlwasser) das absolute Minimum. Diese Leuchten sind so konstruiert, dass selbst ein kräftiger Wasserstrahl aus einem Gartenschlauch nicht eindringen kann. Bei Bodeneinbauleuchten, die in Senken oder schlecht drainierten Böden installiert sind, kann sich Wasser sammeln (Staunässe). Hier ist sogar IP67 (Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen) die sicherste Wahl, um Kurzschlüsse und Defekte zu verhindern.
Fallbeispiel: Zunehmende Starkregenereignisse und die Folgen
Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert eine deutliche Zunahme von Starkregenereignissen. So fielen beispielsweise im Winter 2024/2025 in manchen Regionen wie dem Schwarzwald extreme Niederschlagsmengen von über 500 Litern pro Quadratmeter. Solche Bedingungen setzen Außeninstallationen enorm unter Druck. Eine Bodeneinbauleuchte mit nur IP44 würde in einer Pfütze schnell versagen. Die VDE-Norm 0100-702, die die elektrische Sicherheit in Außenbereichen regelt, unterstreicht die Notwendigkeit eines adäquaten Schutzes, der diesen neuen klimatischen Realitäten gerecht wird. Daher wird IP65 für freiliegende und IP67 für potenziell untergetauchte Leuchten dringend empfohlen.

Die Investition in eine höhere IP-Schutzart ist somit keine übertriebene Vorsicht, sondern eine notwendige Anpassung an die klimatischen Bedingungen und eine Versicherung für die Langlebigkeit und Sicherheit Ihrer gesamten Elektroinstallation im Außenbereich.
Welche Kelvin-Zahl zieht weniger Nachtfalter an und schützt die Biodiversität?
Die Farbe des Lichts hat einen massiven Einfluss auf die Tierwelt, insbesondere auf nachtaktive Insekten. Kaltweißes Licht mit einem hohen Blauanteil (über 4.000 Kelvin) wirkt auf viele Insekten wie ein Magnet. Sie umschwirren die Lichtquelle bis zur Erschöpfung, werden zu leichter Beute oder vernachlässigen ihre eigentlichen Aufgaben wie Fortpflanzung und Nahrungssuche. Dies trägt zum dramatischen Insektensterben bei. Für eine tierfreundliche Gartenbeleuchtung ist die Wahl der richtigen Farbtemperatur daher entscheidend.
Wissenschaftliche Studien belegen diesen Zusammenhang eindeutig. Eine Untersuchung der Tiroler Landesumweltanwaltschaft hat gezeigt, dass die Anzahl der angelockten Insekten mit steigender Kelvin-Zahl zunimmt. So locken LEDs mit 3.000 K nur 41,1 Insekten pro Nacht an, während 6.000 K noch 74,9 Insekten anziehen. Der Unterschied ist signifikant. Die beste Wahl für ein biodiversitätsfreundliches Licht ist daher warmweißes Licht mit einer Farbtemperatur von unter 3.000 Kelvin. Noch besser ist ein bernsteinfarbenes Licht.
Experten wie Dr. Andreas Hänel, der sich intensiv mit dem Thema Lichtverschmutzung auseinandersetzt, geben hierzu eine klare Empfehlung. Im Rahmen eines NABU-Projekts rät er zu noch wärmeren Tönen:
Er empfiehlt, zukünftig auf warmweißes bis bernsteingelbes Licht mit einer Farbtemperatur von 2200 bis 2400 Kelvin zu setzen
– Dr. Andreas Hänel, NABU Projekt Sternenfunkeln über Friesland
Diese Lichtfarben liegen außerhalb des primären Sichtbereichs vieler Insekten und minimieren die Störung erheblich. Kombiniert mit einer gezielten, nach unten gerichteten Abstrahlung und der Steuerung durch Bewegungsmelder, schaffen Sie so eine Beleuchtung, die nur dann leuchtet, wenn sie gebraucht wird, und in einer Weise, die das ökologische Gleichgewicht so wenig wie möglich stört.
Wie programmieren Sie eine Anwesenheitssimulation, wenn Sie im Urlaub sind?
Die wirksamste Abschreckung ist der Eindruck, dass jemand zu Hause ist. Moderne Smart-Home-Systeme ermöglichen eine ausgeklügelte Anwesenheitssimulation, die weit über eine simple Zeitschaltuhr hinausgeht. Das Ziel ist es, die zufälligen und alltäglichen Muster menschlicher Anwesenheit nachzubilden. Ein Licht, das jeden Abend exakt um 19:00 Uhr angeht und um 22:30 Uhr erlischt, signalisiert erfahrenen Einbrechern eher Abwesenheit als Anwesenheit.
Eine glaubwürdige Anti-Einbrecher-Choreografie passt sich der Dauer Ihrer Abwesenheit an und variiert die Abläufe. Sie sollte verschiedene Räume und sogar Geräusche einbeziehen. So entsteht ein lebendiges Bild, das von außen nicht als automatisch enttarnt werden kann. Wichtig ist es, die typischen deutschen Lebensgewohnheiten zu simulieren, wie zum Beispiel das Herunterlassen der Rollläden am Abend.
Ihr Plan für eine überzeugende Abwesenheits-Choreografie
- Brückentag-Wochenende (3-4 Tage): Eine einfache Programmierung genügt. Das Wohnzimmerlicht wird von 19:00 bis 22:30 Uhr aktiviert, um eine Grundanwesenheit zu suggerieren.
- Einwöchiger Urlaub: Erstellen Sie eine detailliertere Sequenz. Zum Beispiel: Wohnzimmer von 19:00-20:30 Uhr, dann kurz das Badezimmerlicht (20:45-21:00 Uhr) und schließlich das Schlafzimmerlicht von 21:30-22:45 Uhr.
- Dreiwöchiger Sommerurlaub: Nutzen Sie die Zufallsfunktion Ihres Smart-Home-Systems. Die programmierten Zeiten sollten täglich um ±15 bis 30 Minuten variieren, um jegliche Regelmäßigkeit zu vermeiden.
- Akustische Signale: Integrieren Sie einen Smart Speaker oder ein smartes Radio, das zur „Tagesschau“-Zeit um 20:00 Uhr für 15 Minuten aktiviert wird. Geräusche sind ein starkes Indiz für Anwesenheit.
- Bewegung simulieren: Das automatische Bewegen der Rollläden (morgens hoch, abends runter) ist eines der überzeugendsten Signale. Planen Sie dies zwischen 7:30-8:15 Uhr und 20:00-21:00 Uhr ein.
Bei aller smarten Technik darf die IT-Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät dringend dazu, für alle Smart-Home-Geräte ein separates WLAN-Gastnetzwerk (VLAN) einzurichten. Sollte ein Gerät gehackt werden, dient es nicht als Einfallstor in Ihr privates Netzwerk, in dem sich sensible Daten befinden.
Deckenfluter oder Spot: Was erzeugt mehr Gemütlichkeit im Wohnzimmer?
Die Prinzipien einer guten, durchdachten Beleuchtung sind universell. Was im Außenbereich für den Schutz von Tieren und die Vermeidung von Blendung gilt, lässt sich direkt auf die Schaffung von Atmosphäre und Gemütlichkeit im Innenraum übertragen. Die zentrale Frage ist immer: Woher kommt das Licht und wohin wird es gerichtet? Ein Deckenfluter, der sein Licht an die Decke wirft, erzeugt eine indirekte, diffuse Beleuchtung. Der Raum wird sanft und gleichmäßig erhellt, ohne harte Schatten oder Blendeffekte. Dies wird als sehr angenehm und gemütlich empfunden.
Ein Spot hingegen erzeugt direktes, gerichtetes Licht. Er ist perfekt, um Akzente zu setzen – ein Bild an der Wand zu inszenieren, eine Leseecke auszuleuchten oder eine Pflanze hervorzuheben. Eine Kombination aus beidem ist oft ideal: eine indirekte Grundbeleuchtung durch einen Deckenfluter oder LED-Strips für die Atmosphäre und gezielte Spots für funktionale „Lichtinseln“. Genau dieses Konzept der Lichtinseln und der indirekten Beleuchtung ist es, das auch im Garten für ein harmonisches Miteinander von Sicherheit und Natur sorgt.
Ein Erfahrungsbericht aus einem naturnahen Gartenprojekt zeigt eindrücklich, wie dieselben Prinzipien im Außenbereich wirken:
Nach der Umrüstung auf indirekte Beleuchtung mit 2.200 Kelvin Amber-LEDs haben wir kein einziges Insekt mehr direkt um die Lichtquellen schwirren sehen. Die Hauswand wird sanft von unten angestrahlt, wodurch Silhouetten sichtbar werden ohne Tiere zu blenden. Zwischen den Lichtinseln an Türen bleiben bewusst Dunkelkorridore für Igel.
Was im Wohnzimmer Gemütlichkeit schafft – die Vermeidung von Blendung durch indirektes Licht – schützt draußen das empfindliche Nachtleben. Die „Lichtinseln“ in der Leseecke entsprechen den Sicherheitszonen an Türen und Fenstern. Und die sanft beleuchtete Wand entspricht dem Deckenfluter-Effekt. Es ist derselbe Gedanke: Licht präzise und bewusst einsetzen, anstatt den Raum zu fluten.
Wo platzieren Sie Wegleuchten, damit der Postbote im Winter nicht stolpert?
Eine sichere Wegbeleuchtung dient nicht nur der Abschreckung, sondern auch der Verkehrssicherheit auf dem eigenen Grundstück. Stolperfallen wie Stufen, unebene Platten oder im Winter vereiste Stellen müssen klar erkennbar sein. Gleichzeitig soll die Beleuchtung Igel und andere Kleintiere nicht stören. Die Lösung liegt in der richtigen Platzierung und der Wahl der Leuchten: niedrige Pollerleuchten mit streng nach unten gerichtetem Licht.
Diese Leuchten erzeugen klar definierte Lichtkegel auf dem Weg, ohne Licht in den Himmel oder in die angrenzende Bepflanzung abzustrahlen. So entstehen sichere Trittflächen, während dazwischen bewusst Dunkelkorridore erhalten bleiben, die von Tieren als sichere Querungen genutzt werden können. Der Bewegungsmelder sollte ebenfalls tief und nach unten geneigt montiert werden. So erfasst er die Beine einer Person, die den Weg betritt, ignoriert aber eine Katze oder einen Igel, die darunter hindurchlaufen.

Eine fachgerechte Installation folgt klaren Regeln, die teilweise auch in DIN-Normen verankert sind. Sie sorgen für eine optimale Ausleuchtung, ohne zu blenden oder unnötig Energie zu verbrauchen. Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen.
Checkliste: Sichere und tierfreundliche Wegbeleuchtung
- Leuchtenauswahl: Wählen Sie abgeschirmte Pollerleuchten, die ihr Licht ausschließlich nach unten abgeben, um Lichtverschmutzung zu vermeiden.
- Montagehöhe der Leuchte: Eine Höhe von 80 bis 100 cm ist ideal, um den Weg auszuleuchten, ohne Passanten zu blenden.
- Position des Bewegungsmelders: Installieren Sie den Sensor separat in einer Höhe von 40 bis 60 cm und neigen Sie ihn leicht nach unten. So werden Personenbeine erfasst, aber Kleintiere ignoriert.
- Abstand der Leuchten: Halten Sie auf geraden Wegen einen maximalen Abstand von 4 bis 6 Metern zwischen den Leuchten ein, um eine lückenlose, aber nicht übertriebene Ausleuchtung zu gewährleisten.
- Kritische Punkte beleuchten: Setzen Sie zusätzliche Lichtpunkte an allen Gefahrenstellen wie Treppen, scharfen Kurven oder direkt am Eingangsbereich.
Das Wichtigste in Kürze
- Präzision vor Leistung: Ein gut geplantes System mit gezielten, warmweißen Lichtkegeln ist sicherer und umweltfreundlicher als ein helles Flutlicht.
- Recht und Technik beachten: Halten Sie die gesetzlichen Lichtimmissions-Grenzwerte (max. 1 Lux im Wohngebiet) ein und verwenden Sie Leuchten mit passender IP-Schutzart (mind. IP65).
- Denken in Zonen: Kombinieren Sie zuverlässige, kabelgebundene Leuchten für kritische Sicherheitszonen mit smarten Anwesenheitssimulationen und schaffen Sie bewusste Dunkelkorridore für Wildtiere.
Wie schützen Sie Ihr Smart Home effektiv vor Hackerangriffen?
Ein intelligentes Beleuchtungssystem bietet Komfort und Sicherheit, doch mit der Vernetzung entsteht auch eine neue potenzielle Schwachstelle: die IT-Sicherheit. Jeder Bewegungsmelder, jede smarte Lampe und jede Kamera, die mit dem Internet verbunden ist, ist theoretisch ein potenzielles Ziel für Hacker. Ein unzureichend gesichertes Smart Home kann von Kriminellen ausspioniert oder manipuliert werden. Der Schutz der digitalen Infrastruktur ist daher genauso wichtig wie der physische Einbruchschutz.
Die Grundlage für ein sicheres Smart Home besteht aus drei Säulen: sichere Passwörter, regelmäßige Updates und eine saubere Netzwerk-Trennung. Verwenden Sie für jedes Gerät und jeden Dienst ein einzigartiges, komplexes Passwort. Aktivieren Sie automatische Firmware-Updates, um bekannte Sicherheitslücken umgehend zu schließen. Die wichtigste Maßnahme, die auch vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlen wird, ist die Einrichtung eines separaten Netzwerks nur für Ihre IoT-Geräte (Internet of Things).
BSI-Empfehlung: Das VLAN als digitale Brandschutztür
Das BSI rät, für Smart-Home-Komponenten ein sogenanntes virtuelles LAN (VLAN) oder ein einfaches Gast-WLAN zu nutzen. Diese Funktion wird von den meisten modernen Routern angeboten. Die Geräte in diesem Netzwerk können zwar auf das Internet zugreifen, sind aber vom eigentlichen Heimnetzwerk – in dem sich Ihr Computer mit Bankdaten, privaten Fotos und wichtigen Dokumenten befindet – komplett isoliert. Sollte es einem Angreifer gelingen, beispielsweise eine smarte Glühbirne zu kompromittieren, stößt er auf diese digitale „Brandschutztür“ und kann nicht weiter in Ihr privates Netzwerk vordringen. Diese Segmentierung ist eine der effektivsten Methoden, um den potenziellen Schaden eines Hackerangriffs zu minimieren.
Diese digitalen Schutzmaßnahmen sind die unsichtbare, aber unverzichtbare Ergänzung zu einem physisch gut gesicherten Zuhause. Sie stellen sicher, dass die Technologie, die Sie schützt, nicht selbst zur Gefahr wird.
Ein Zuhause, das Sicherheit ausstrahlt, muss seine Umgebung nicht dominieren. Indem Sie diese Prinzipien der Präzision, der Rücksichtnahme und der technischen Sorgfalt anwenden, schaffen Sie ein System, das abschreckend auf Einbrecher wirkt und gleichzeitig ein friedlicher Nachbar für Mensch und Tier ist. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr Beleuchtungskonzept zu analysieren und gezielt zu optimieren.
Häufige Fragen zur sicheren und legalen Außenbeleuchtung
Darf meine smarte Kamera den öffentlichen Gehweg erfassen?
Nein, Kameras die öffentliche Wege oder Nachbargrundstücke erfassen, verstoßen gegen die DSGVO und können zu Bußgeldern führen. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung Dritter überwiegt hier Ihr Sicherheitsinteresse. Nutzen Sie die „Privacy Masks“ (Privatsphären-Maskierung) Ihrer Kamera-Software, um diese Bereiche digital auszublenden.
Wie sichere ich mein IoT-Netzwerk gegen Hackerangriffe?
Das BSI empfiehlt ein separates VLAN (virtuelles LAN) oder Gast-WLAN nur für Smart-Home-Geräte. Dies isoliert sie von Ihrem Hauptnetzwerk. Verwenden Sie zudem für jedes Gerät starke, individuelle Passwörter und führen Sie regelmäßig die vom Hersteller bereitgestellten Firmware-Updates durch, um Sicherheitslücken zu schließen.
Welche Zertifizierungen sollten sichere Smart-Home-Produkte haben?
Achten Sie auf anerkannte Prüfsiegel. Die VDE-Zertifizierung bürgt für die elektrische Sicherheit des Produkts, was im Außenbereich unerlässlich ist. Für die IT-Sicherheit bietet eine Zertifizierung nach den Kriterien des BSI (z.B. BSI-Grundschutz) eine zusätzliche Gewissheit, dass das Gerät grundlegende Sicherheitsstandards erfüllt.