
Ein rechtskonformer, pflegeleichter Vorgarten ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der richtigen Planung und Pflanzenwahl, die Ihnen Bußgelder erspart.
- Die rechtliche Abgrenzung zum illegalen Schottergarten orientiert sich oft an einer Faustregel: Mindestens 80 % der Fläche müssen bepflanzt sein.
- Wahre Pflegeleichtigkeit entsteht nicht durch Steine, sondern durch dichte, standortgerechte Bodendecker, die Unkraut natürlich unterdrücken.
- Die Wahl von wasserdurchlässigem Pflaster und insektenfreundlicher Beleuchtung kann Ihre Nebenkosten senken und den ökologischen Wert steigern.
Empfehlung: Prüfen Sie Ihre lokale Landesbauordnung und setzen Sie auf dichte, trockenheitstolerante Bodendecker als Basis Ihrer pflegeleichten und legalen Gartengestaltung.
Der Wunsch nach einem pflegeleichten Vorgarten ist für viele Hausbesitzer verständlich. Jahrelang galt der Schottergarten als vermeintlich einfache Lösung: einmal anlegen, nie wieder Arbeit. Doch die Realität sieht anders aus. Diese versiegelten Flächen heizen sich im Sommer extrem auf, bieten Insekten und Vögeln keine Nahrung und fördern die Artenarmut. Zudem hat der Gesetzgeber in vielen Bundesländern reagiert und verbietet die Neuanlage solcher „Gärten des Grauens“, teilweise drohen sogar Rückbauanordnungen und empfindliche Bußgelder für bestehende Anlagen. Die zunehmend trockenen Sommer, die laut Studien bereits jetzt zu einem Ertragsrückgang bei Weizen von sechs Prozent pro Grad Erwärmung führen, machen die Notwendigkeit einer Umkehr noch deutlicher.
Doch wie gelingt der Spagat zwischen wenig Arbeit und einem lebendigen, gesetzeskonformen Vorgarten? Die Antwort liegt nicht in der Kapitulation vor dem Unkraut, sondern in einer intelligenten, auf ökologischen Prinzipien basierenden Gestaltung. Es geht darum, die Natur für sich arbeiten zu lassen, anstatt gegen sie. Dieser Artikel ist Ihr juristischer und gärtnerischer Kompass. Er beleuchtet nicht nur die rechtlichen Fallstricke und zeigt, wie Sie teure Fehler vermeiden, sondern liefert vor allem praxiserprobte Lösungen. Wir konzentrieren uns auf das „Warum“ und „Wie“ – von der Auswahl selbsterhaltender Pflanzengemeinschaften, die Unkraut keine Chance lassen, bis zur korrekten Auslegung von Bauordnungen. Das Ziel ist ein Vorgarten, der nicht nur schön und pflegeleicht ist, sondern auch einen echten ökologischen Funktionswert besitzt und Sie vor rechtlichen Konsequenzen schützt.
Dieser Leitfaden führt Sie schrittweise durch alle relevanten Aspekte, von der rechtlichen Definition eines Schottergartens bis zur Auswahl klimaresistenter Pflanzen. Entdecken Sie, wie Sie einen ästhetischen und zugleich nachhaltigen Vorgarten gestalten, der Ihnen langfristig Freude bereitet.
Inhaltsverzeichnis: Rechtskonforme und pflegeleichte Vorgartengestaltung
- Ab wann gilt ein Kiesbeet rechtlich als Schottergarten und droht ein Bußgeld?
- Welche Pflanzen wachsen so dicht, dass Unkraut keine Chance hat?
- Wie integrieren Sie Mülltonnenboxen optisch ansprechend in den Vorgarten?
- Wo platzieren Sie Wegleuchten, damit der Postbote im Winter nicht stolpert?
- Welches Pflaster gilt als wasserdurchlässig und senkt Ihre Abwassergebühren?
- Warum gefüllte Blüten für Bienen nutzlos sind und welche Alternativen Sie pflanzen sollten?
- Welche Zaunhöhe ist im Nachbarrecht Ihres Bundeslandes maximal erlaubt?
- Welche Pflanzen überleben trockene deutsche Sommer ohne tägliches Gießen?
Ab wann gilt ein Kiesbeet rechtlich als Schottergarten und droht ein Bußgeld?
Die juristische Gretchenfrage lautet: Wo endet das dekorative Kiesbeet und wo beginnt der illegale Schottergarten? Die Landesbauordnungen, beispielsweise in Baden-Württemberg, fordern, dass nicht überbaute Flächen „wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen sind“. Der entscheidende Begriff ist hier die „gärtnerische Nutzung“. Ein Schottergarten, oft unterlegt mit einer wasserundurchlässigen Folie und ohne nennenswerte Bepflanzung, erfüllt diese Anforderung nicht. Es geht nicht um eine Geschmacksfrage, sondern um den ökologischen Funktionswert. Gerichte betonen, dass Steinelemente zwar erlaubt sind, aber nur eine untergeordnete Bedeutung haben dürfen.
In der Praxis hat sich eine Faustregel etabliert: Der Vegetationsanteil sollte bei mindestens 80 % liegen, während versiegelte oder mit Schotter bedeckte Flächen 20 % nicht überschreiten sollten. Wer diese Grenze massiv missachtet, riskiert nicht nur eine Rückbauverfügung, sondern auch empfindliche Strafen. Die Bußgeldrahmen sind kommunal geregelt, aber ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro, wie es einige Satzungen vorsehen, ist eine reale Gefahr. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover (Az.: 4 A 1791/21) machte deutlich, dass Behörden konsequent durchgreifen: Ein Hausbesitzer wurde zum Rückbau seines Schottergartens verpflichtet, da dieser weder dem Klimaschutz noch der Artenvielfalt diente. Die reine Ästhetik war für das Gericht kein gültiges Argument.
Ihr Audit-Plan: Ist Ihr Vorgarten rechtskonform?
- Analyse der Vegetationsdecke: Schätzen Sie den prozentualen Anteil von Pflanzen (Stauden, Gräser, Bodendecker) im Verhältnis zu Steinen, Kies oder versiegelten Wegen. Liegt der Pflanzenanteil deutlich unter 80 %?
- Prüfung der Wasserdurchlässigkeit: Befindet sich unter der Kiesschicht eine Vlies- oder gar eine Plastikfolie, die den Wassertausch mit dem Boden verhindert? Dies ist ein klares Indiz für einen unzulässigen Schottergarten.
- Funktionsprüfung: Dienen die Steinflächen einem klaren Zweck (Weg, kleiner Sitzplatz) oder sind sie rein „dekorativ“ und flächendeckend? Steine sollten funktional und von untergeordneter Bedeutung sein.
- Lokale Satzung einsehen: Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über die geltende Grün- oder Gestaltungssatzung. Einige Kommunen haben sehr präzise Vorgaben.
- Dokumentation des Ist-Zustands: Machen Sie Fotos und eine grobe Skizze der Flächenaufteilung. Dies dient als Grundlage für eine eventuell notwendige Umgestaltungsplanung.
Welche Pflanzen wachsen so dicht, dass Unkraut keine Chance hat?
Der Schlüssel zu einem pflegeleichten Vorgarten liegt in der korrekten Anwendung der Vegetationsdynamik. Anstatt den Boden mit Mulch oder Kies abzudecken, nutzt man Pflanzen, die von Natur aus dichte, lebendige Teppiche bilden. Diese sogenannten Bodendecker unterdrücken aufkommendes Unkraut durch Lichtentzug und Wurzelkonkurrenz. Nach einer Anwachsphase von ein bis zwei Jahren ist der Pflegeaufwand minimal, da das Ökosystem sich weitgehend selbst reguliert. Der Vorteil gegenüber einer Steinwüste: Die bepflanzte Fläche lebt, atmet, kühlt die Umgebung und bietet Insekten eine Heimat.
Die Auswahl der richtigen Pflanzen ist entscheidend und muss sich am Standort orientieren (Sonne, Schatten, Bodenbeschaffenheit). Für sonnige und trockene Lagen eignen sich beispielsweise verschiedene Arten von Teppichphlox oder Polster-Thymian. In schattigeren Bereichen sind die Elfenblume (Epimedium) oder das Dickmännchen (Pachysandra) unschlagbare Klassiker, die über Jahre hinweg dichte Bestände bilden. Eine Kombination verschiedener Bodendecker kann zudem die Blütezeit verlängern und für eine abwechslungsreiche Optik sorgen. Wichtig ist eine ausreichend dichte Pflanzung zu Beginn, um die Lücken schnell zu schließen.

Besonders bewährt haben sich für deutsche Gärten folgende robuste Bodendecker, die den klimatischen Veränderungen gut standhalten:
- Geranium ‚Rozanne‘ (Storchschnabel): Blüht unermüdlich von Frühsommer bis zum ersten Frost und bildet weitläufige, dichte Kissen.
- Bleiwurz (Ceratostigma): Kommt exzellent mit Trockenheit zurecht, blüht im Spätsommer blau und hat eine leuchtend rote Herbstfärbung.
- Carex-Gräser (Seggen): Viele Sorten sind extrem trockenheitstolerant und bringen mit ihren unterschiedlichen Blattfarben und -strukturen ganzjährig Abwechslung.
- Immergrün (Vinca minor): Ein robuster Klassiker für halbschattige bis schattige Lagen, der schnell einen dichten, unkrautunterdrückenden Teppich webt.
Wie integrieren Sie Mülltonnenboxen optisch ansprechend in den Vorgarten?
Mülltonnen sind ein notwendiges, aber selten schönes Element im Vorgarten. Statt sie einfach nur zu verstecken, bietet ihre Verkleidung eine hervorragende Möglichkeit, zusätzliche Grünflächen zu schaffen und den ökologischen Funktionswert des Vorgartens zu erhöhen. Eine schlichte Box aus Holz oder Metall kann durch eine gezielte Begrünung zu einem echten Blickfang werden. Eine der effektivsten Methoden ist die Anlage eines Mini-Gründachs auf der Oberseite der Box. Dies ist nicht nur optisch ansprechend, sondern hat auch einen messbaren Kühleffekt. Studien zeigen, dass sich Schotterflächen auf über 50°C aufheizen können, während eine begrünte Vergleichsfläche um bis zu 20°C kühler bleibt. Diese Kühlleistung im Kleinen trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei.
Für die Bepflanzung eines solchen Gründachs eignen sich besonders trockenheitsresistente Sukkulenten wie verschiedene Sedum- (Fetthenne) oder Sempervivum-Arten (Hauswurz). Sie benötigen kaum Pflege und bilden mit der Zeit dichte, farbenfrohe Matten. Eine weitere Möglichkeit ist die Verkleidung der Seitenwände mit Rankgittern. Hier können heimische Kletterpflanzen wie die Waldrebe (Clematis) oder Geißblatt (Lonicera) für eine vertikale Begrünung sorgen, die wertvollen Lebensraum für Insekten schafft. Alternativ kann die Mülltonnenbox auch durch eine geschickt platzierte Hecke aus robusten Sträuchern oder durch hohe Gräser optisch aus dem Blickfeld gerückt werden, was eine weiche und natürliche Abgrenzung schafft.
Die Integration muss nicht aufwändig sein. Schon einfache Maßnahmen verwandeln den funktionalen Stellplatz in ein lebendiges Gestaltungselement:
- Sichtschutz-Elemente: Lamellenwände aus Holz oder Metall, die mit Kletterpflanzen berankt werden.
- Funktionale Zonierung: Ein kleiner, niedriger Zaun oder eine Reihe von Pflanzkübeln mit hohen Gräsern grenzen den Bereich optisch ab.
- Material- und Farbwahl: Die Farbe der Box auf den Zaun oder die Fassade abzustimmen, sorgt für ein harmonisches Gesamtbild.
Wo platzieren Sie Wegleuchten, damit der Postbote im Winter nicht stolpert?
Die Beleuchtung des Weges zur Haustür ist mehr als eine Frage der Ästhetik; sie ist Teil der Verkehrssicherungspflicht, die jedem Grundstückseigentümer obliegt. Im Winter oder bei Dunkelheit müssen Wege so ausgeleuchtet sein, dass Besucher, der Postbote oder Rettungskräfte sicher zur Tür gelangen, ohne über Hindernisse oder unebene Stellen zu stolpern. Ein Sturz auf dem eigenen Grundstück kann unangenehme haftungsrechtliche Folgen haben.
Wie der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) betont, ist die richtige Beleuchtung eine sicherheitsrelevante Notwendigkeit:
Die richtige Beleuchtung ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Verkehrssicherungspflicht für Grundstückseigentümer.
– Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, BGL-Leitfaden Vorgartengestaltung 2024
Bei der Wahl und Platzierung der Leuchten sind jedoch zwei Aspekte entscheidend: die Sicherheit für den Menschen und der Schutz der nachtaktiven Insekten. Grelles, kaltweißes Licht, das in alle Richtungen strahlt, stört den Biorhythmus von Tieren massiv. Moderne, insektenfreundliche Beleuchtung setzt auf warmweißes Licht (unter 3000 Kelvin), das gezielt nach unten auf den Weg gerichtet ist. Die beste Lösung sind Leuchten mit Bewegungsmeldern. Sie schalten sich nur bei Bedarf ein, sparen Energie und reduzieren die Lichtverschmutzung auf ein Minimum. Pollerleuchten im Abstand von etwa 2-3 Metern entlang des Weges sorgen für eine gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kriterien für eine umwelt- und tierfreundliche Außenbeleuchtung zusammen:
| Eigenschaft | Insektenfreundlich | Insektenschädlich |
|---|---|---|
| Farbtemperatur | Unter 3000 Kelvin (warmweiß) | Über 4000 Kelvin (kaltweiß) |
| Lichtrichtung | Nach unten gerichtet | Nach oben/rundstrahlend |
| Steuerung | Bewegungsmelder | Dauerlicht |
| Leuchtmittel | LED warmweiß | Quecksilberdampf |
Welches Pflaster gilt als wasserdurchlässig und senkt Ihre Abwassergebühren?
Ein zentraler Kritikpunkt an Schottergärten ist die Bodenversiegelung. Regenwasser kann nicht mehr natürlich im Boden versickern, was die Kanalisation bei Starkregen belastet und die Grundwasserneubildung hemmt. Viele Kommunen erheben deshalb eine gesplittete Abwassergebühr: Je größer die versiegelte Fläche auf einem Grundstück ist, desto höher fallen die Gebühren für Niederschlagswasser aus. Umgekehrt bedeutet dies: Wer entsiegelt und auf wasserdurchlässige Beläge setzt, kann bares Geld sparen. Einige Städte, wie zum Beispiel Hannover, fördern die Entsiegelung und Begrünung von Vorgärten sogar mit Zuschüssen.
Doch welches Pflaster ist die richtige Wahl? Die Lösung liegt in Systemen, die eine hohe Versickerungsleistung mit guter Begehbarkeit kombinieren. Rasengittersteine sind eine ökologisch wertvolle, aber pflegeintensive Option, da der Rasen regelmäßig gemäht werden muss. Eine praktischere und ästhetisch ansprechendere Alternative ist Pflaster mit aufgeweiteten Fugen. Hier werden die Fugen (ca. 3-5 cm breit) mit Splitt oder einem speziellen Substrat gefüllt und können sogar mit trockenheitsresistenten Fugenkräutern bepflanzt werden. Das Wasser versickert direkt vor Ort.

Eine weitere, sehr pflegeleichte Variante sind haufwerksporige Pflastersteine. Diese Betonsteine sind von sich aus porös und lassen das Wasser durch den Stein hindurch versickern. Sie bieten eine geschlossene, gut begehbare Oberfläche bei gleichzeitig sehr hoher Versickerungsleistung. Kies und Splitt als lose Schüttung sind ebenfalls wasserdurchlässig, solange keine undurchlässige Folie darunterliegt, haben aber Nachteile bei der Begehbarkeit und im Pflegeaufwand (Unkraut, Laubentfernung).
Diese Tabelle gibt einen Überblick über gängige Systeme:
| System | Versickerungsleistung | Begehbarkeit | Pflegeaufwand |
|---|---|---|---|
| Rasengittersteine | Sehr hoch | Mittel | Hoch (Rasenpflege) |
| Pflaster mit aufgeweiteten Fugen | Hoch | Sehr gut | Mittel |
| Haufwerksporige Pflastersteine | Sehr hoch | Gut | Niedrig |
| Kies/Splitt (unversiegelt) | Hoch | Mittel | Mittel-hoch |
Warum gefüllte Blüten für Bienen nutzlos sind und welche Alternativen Sie pflanzen sollten?
Der gute Wille allein reicht nicht aus, um Insekten im Garten zu fördern. Ein prägnantes Zitat des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann bringt das Dilemma auf den Punkt:
Insekten können keine Steine fressen.
– Winfried Kretschmann, zur Begründung des Schottergarten-Verbots
Was für Steine gilt, trifft in ähnlicher Weise auch auf viele Zierpflanzen zu. Ein häufiger Fehler ist die Pflanzung von Sorten mit „gefüllten Blüten“. Bei diesen Züchtungen wurden die Staubblätter, die den nahrhaften Pollen produzieren, in zusätzliche Blütenblätter umgewandelt. Das Ergebnis mag für das menschliche Auge üppig aussehen – für eine Biene oder Hummel ist eine solche Blüte jedoch eine wertlose Attrappe. Sie findet weder Nektar noch Pollen. Beispiele sind gefüllte Rosen, Dahlien oder Zierkirschen. Die ökologisch wertvolle Alternative sind immer Pflanzen mit „ungefüllten“ oder „einfachen“ Blüten, bei denen die gelben Staubgefäße in der Mitte gut sichtbar und für Insekten frei zugänglich sind.
Um Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern von Frühjahr bis Herbst ein durchgehendes Nahrungsangebot zu bieten, ist ein Blühkalender mit heimischen und standortgerechten Pflanzen ideal. Heimische Arten sind oft besser an das lokale Klima und die heimische Insektenwelt angepasst. Ein durchdachter Blühkalender könnte so aussehen:
- Februar-März: Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge sind die ersten wichtigen Nahrungsquellen für früh fliegende Hummelköniginnen.
- April-Mai: Heimische Arten wie die Essigrose oder die Weichselkirsche bieten Nahrung und kommen gut mit trockenen, heißen Standorten zurecht.
- Juni-Juli: Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian sind wahre Insektenmagnete und extrem trockenheitstolerant.
- August-September: Stauden wie der Sonnenhut (Echinacea) und die Fetthenne (Sedum) sind unverzichtbar für das späte Nahrungsangebot.
- Oktober: Spät blühende Herbst-Astern schließen die Saison ab. Hierbei sollte man darauf achten, keine invasiven Arten wie die Kanadische Goldrute zu pflanzen.
Welche Zaunhöhe ist im Nachbarrecht Ihres Bundeslandes maximal erlaubt?
Die Einfriedung des eigenen Grundstücks ist oft ein Quell nachbarschaftlicher Konflikte. Das deutsche Nachbarrecht ist Ländersache, was bedeutet, dass die zulässige Höhe und Art eines Zauns von Bundesland zu Bundesland variiert. Bevor Sie einen Zaun errichten, ist der Blick in das Nachbarrechtsgesetz Ihres Bundeslandes sowie in den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde unerlässlich. Oft wird auf die „ortsübliche Einfriedung“ verwiesen. Gibt es in Ihrer Straße vorwiegend 1,20 m hohe Holzzäune, kann ein 2 m hoher Gabionenzaun als nicht ortsüblich und damit als unzulässig eingestuft werden.
Als grobe Orientierung dient die sogenannte „tote Einfriedung“ (z.B. Holz-, Metall-, oder Kunststoffzaun), die in der Regel eine Höhe von 1,20 m bis 1,50 m nicht überschreiten sollte. Höhere Zäune, die als Sichtschutz dienen, sind oft genehmigungspflichtig oder erfordern einen bestimmten Grenzabstand. Eine „lebende Einfriedung“ in Form einer Hecke unterliegt ebenfalls Regelungen bezüglich Höhe und Grenzabstand, die sich nach der Wuchshöhe der Pflanzen richten. Aus ökologischer und oft auch rechtlicher Sicht ist eine Hecke aus heimischen Gehölzen die bessere Alternative zu einem starren Zaun. Gemäß § 21a des Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg soll beispielsweise darauf hingewirkt werden, dass Gartenflächen vorwiegend begrünt und insektenfreundlich gestaltet werden, was klar für eine lebende Hecke spricht.
Die folgende Tabelle gibt einen unverbindlichen Überblick über die gängigen Regelungen in einigen Bundesländern. Eine rechtliche Prüfung im Einzelfall ist jedoch immer geboten.
| Bundesland | Max. Zaunhöhe | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 1,50 m | Ortsübliche Einfriedung maßgeblich |
| Bayern | 1,20-2,00 m | Je nach Gemeinde unterschiedlich |
| NRW | 1,20 m | Höhere Zäune genehmigungspflichtig |
| Niedersachsen | 1,20 m | Sichtschutz bis 1,80 m mit Abstand |
Das Wichtigste in Kürze
- Rechtskonformität sichern: Halten Sie sich an die Faustregel von mindestens 80 % Grünfläche zu maximal 20 % Stein- oder Wegeanteil, um nicht als illegaler Schottergarten eingestuft zu werden.
- Pflegeaufwand minimieren: Setzen Sie auf dichte, standortgerechte Bodendecker und trockenheitstolerante Stauden. Ein etablierter, lebendiger Pflanzenteppich ist die effektivste und nachhaltigste Form der Unkrautunterdrückung.
- Kosten und Umwelt im Blick: Nutzen Sie wasserdurchlässige Pflasterbeläge, um Abwassergebühren zu sparen, und wählen Sie insektenfreundliche Beleuchtung und Pflanzen, um den ökologischen Wert Ihres Vorgartens aktiv zu steigern.
Welche Pflanzen überleben trockene deutsche Sommer ohne tägliches Gießen?
Die Klimaveränderung ist in deutschen Gärten Realität. Lange Trockenperioden im Sommer stellen viele traditionelle Gartenpflanzen vor große Herausforderungen. Tägliches Gießen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern in Zeiten von Wasserknappheit auch ökologisch fragwürdig. Die Lösung liegt in der Pflanzung von klimaresistenten und trockenheitstoleranten Gehölzen und Stauden. Diese Pflanzen haben sich an karge Böden und Wassermangel angepasst und kommen nach einer erfolgreichen Anwachsphase weitgehend ohne zusätzliche Bewässerung aus. Die Investition in solche „Zukunftspflanzen“ ist eine nachhaltige Strategie für einen pflegeleichten Garten.
Bei den Bäumen zeichnet sich der aus Nordamerika stammende Amberbaum (Liquidambar) als Favorit für die kommenden Jahrzehnte ab. Er verträgt Hitze und Trockenheit gut und begeistert mit einer spektakulären Herbstfärbung. Für kleinere Gärten ist die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) eine exzellente Wahl. Dieser 2-5 Meter hohe Strauch ist extrem anpassungsfähig, verträgt Trockenheit ebenso wie kurzzeitige Nässe und bietet mit seiner Blüte im April, den essbaren Früchten im Sommer und der leuchtenden Herbstfärbung einen ganzjährigen Mehrwert. Der Sommerflieder zieht nicht nur Schmetterlinge an, sondern gedeiht auch auf kargen Böden und in der vollen Sonne.
Im Staudenbereich sind vor allem Bergenien eine sichere Bank. Diese immergrünen, robusten Pflanzen speichern im Frühjahr Wasser in ihren fleischigen Blättern und überstehen so auch lange Trockenperioden im Sommer ohne Probleme. Ihre großen Blätter sorgen zudem für eine gute Bodenbeschattung. Durch die gezielte Auswahl solcher Überlebenskünstler schaffen Sie ein stabiles Pflanzensystem, das den klimatischen Herausforderungen gewachsen ist und Ihnen den ständigen Griff zum Gartenschlauch erspart.
Beginnen Sie noch heute damit, Ihren Vorgarten neu zu denken. Analysieren Sie Ihren Bestand, prüfen Sie die rechtlichen Vorgaben Ihrer Gemeinde und planen Sie die schrittweise Umgestaltung hin zu einer lebendigen, pflegeleichten und gesetzeskonformen Grünfläche.